Das Fastenhormon

Pünktlich zum Frühlingserwachen der Natur, haben auch viele Menschen das Bedürfnis nach Erneuerung, nach frischem Wind im eigenen Leben. Abnehmen steht besonders zu dieser Jahreszeit ganz oben auf der Liste, ein körperlicher Hausputz soll frischen Schwung bringen. Stellt uns unser Biosystem sowas wie ein Fastenhormon bereit, damit wir unsere frühlingshaften Veränderungswünsche besser umsetzen können?

Hormone im Allgemeinen

Hormone steuern unser Erleben und unser Befinden,  das Wissen darüber ist mittlerweile schon Allgemeingut geworden. Hormone werden im Körper in unseren Drüsen produziert und ausgeschüttet, jeder hat schon mal was von Adrenalin, Serotonin, Endorphin & Co. gehört, die man auch als Botenstoffe bezeichnet und in der Tat, bringen sie uns ja auch was. Glücksgefühle oder Angst zum Beispiel, oder eben die Möglichkeit leichter fasten zu können. Fasten hat aus meiner Sicht nicht nur damit was zu tun, dass ein Mensch Übergewicht hat, sondern auch damit, dass sich durch ein besseres Körpergefühl wieder mehr Lebensqualität und Lebenskraft einstellt.

Du bist, was du isst!

Den Wahrheitsgehalt der  Aussage „Du bist, was du isst“  selbst zu überprüfen, dafür gibt es im Alltag jede Menge Möglichkeiten, die meisten wissen es jedoch ohnehin und es bedarf keiner Überprüfung.  Weiß doch fast ein jeder, wie man sich fühlt, wenn man beim Mittagstisch entsprechende Portionen mit zu viel „schlechten Kohlenhydraten“ gegessen hat und weil´s eh schon egal war, sich auch noch die Nachspeise reingezogen hat. Bleischwer hängt man dann die nächsten Stunden herum und bringt nicht wirklich Produktives zustande.  Kein Wunder, der gesamt Organismus ist ja damit beschäftigt, sämtlichen nicht verwertbaren Ballast  der hereingekommen ist, zu verarbeiten.

Je mehr ein Mensch den inneren Wunsch verspürt solche Situationen endgültig aus seinem Leben zu entfernen, umso besser und einfacher klappt es mit den nötigen Veränderungen die er herbeiführen muss.  Jeder Mensch sollte anfangen seinen Bioorganismus besser kennen zu lernen, ihn bewusst zu verwöhnen und zu steuern.  Schließlich ist er es ja, der uns entweder „alt aussehen lässt“, oder unser Jungbrunnen ist. „Schönheit kommt von innen“, auch das hat sich mittlerweile herumgesprochen und noch zentraler die Frage: „Wie kommt sie da hinein?“

Klar ist auch, dass Essen und Trinken jedoch Vergnügen ist, Gemeinsamkeit fördert,  zur Geselligkeit beiträgt und einen kulturellen Hintergrund hat, das alles zusammen macht Lebensfreude und Lebensqualität  erst möglich. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, sich eingehender mit dem Fastenhormon zu beschäftigen, denn Wissen ist wie immer Macht.

Es gilt also nur ein paar einfache Regeln  zu beachten und die Funktionsweise unseres Körpers nach und nach besser zu verstehen, um das Fundament für mehr Lebensqualität  zu legen.

Das  Fastenhormon

Es gibt zwei Hormonen, die bei der Verstoffwechselung (Metabolisierung) eine maßgebliche Rolle spielen,  das Wissen darüber  und die Anwendung dieses Wissens im Alltag macht es leichter eine komplette Umstellung der inneren Einstellung zu erreichen, die uns dann fast wie von selbst von überflüssigen Pfunden befreit.

Insulin und Glucagon, so heißen diese beiden Hormone,  sie sind „Gegenspieler“ im menschlichen Bioorganismus und werden beide in der Bauchspeicheldrüse produziert. Sie begegnen sich quasi nie, da das Glucagon, das Fastenhormon erst auf der Bildfläche erscheint, wenn das Insulin im Blut am sinken bzw. ganz weg ist.

Insulin wird auch als Speicherhormon bezeichnet. Stellen Sie sich vor, dieses Hormon hat einen Schlüssel dabei, mit dem es die Tür zu den Fettzellen abschließt, nachdem es das Fett in den Zellen gespeichert hat. Solange das Insulin mit seinem Absperrwahn also im Blut anwesend ist – und das ist es, solange es was zu tun gibt – erscheint  das Glucagon, das Fastenhormones nicht auf der Bildfläche. Ein Mensch der ständig isst, hat ständig die Anwesenheit des Speicherhormons Insulin in seinem Blut, das mit seinem Schlüssel das Fett in die Fettzellen sperrt und hinter sich abschließt. Je mehr Insulin im anwesend ist, umso mehr Hunger haben wir, wir tappen ständig in die sogenannte Insulinfalle. Kein besonders schöner Gedanke, oder?

Erst wenn es Pausen zwischen den Mahlzeiten von 4 bis 5 Stunden gibt,  verschwindet das Insulin und der  Gegenspieler  Glucagon das Fastenhormon findet sich im Blut ein. Glucagon wird wie gesagt nur dann in der Bauchspeicheldrüse produziert, wenn das Insulin fast vollständig aus dem Blut verschwunden ist und hat als „Gegenspieler“ auch den entgegen gesetzten Schlüssel dabei. Das Fastenhormon Glucagon sperrt die Fettzellen damit wieder auf und der Inhalt, das Fett,  kann somit verbrannt werden. So die bildhafte Darstellung dieser großartigen Vorgänge in unserem Bioorganismus.

Lebensenergie kommt nicht von ungefähr

Machen Sie sich dieses geniale  Zusammenspiel von Speicherhormon und Fastenhormon zunutze. Man kann so ganz einfach und leicht sein Gewicht reduzieren oder es halten und durch bewussten Umgang damit, wird man für einen dauerhaften Gesundheitszustand sorgen. Ständig einen hohen Insulinspiegel zu haben macht krank, auch das ist weit gehend bekannt, man kennt es unter dem Namen Diabetes. Die  Pharmaindustrie will es uns gern als „wundersame Volkskrankheit“ verkaufen, doch kennt man die einfache Grundlage des Zusammenspiels von Speicherhormon und Fastenhormon, kann man bewusst damit umgehen und lebt eigenverantwortlich, kerngesund und voller Lebensenergie.

Es hat vor gut 10 Jahren schon mal eine großangelegte Marketingkampagne im Zusammenhang mit der  Insulin/Glucagon Funktion gegeben. Damals nannte man es die GLYX-Diät, einige können sich vielleicht noch daran erinnern. Was es damit auf sich hatte, war einfach eine Tabelle, wo der sogenannte glykämische Index eines Lebensmittels ausgewiesen wurde, ob es den Insulinspiegel niedrig oder hoch hält und davon konnte man dann jeweils entsprechend viel oder wenig essen.  Für Menschen, die noch kein natürliches Gefühl für ihre Ernährung und ihrem Stoffwechsel haben, ist diese Tabelle zur Orientierung ganz hilfreich, denn Lebensenergie kommt nicht von ungefähr, man muss eigenverantwortlich dafür sorgen, dass sie durch einen fließen kann.

 

Brigitte Berchtold

Brigitte Berchtold

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