Wahrheit bringt Bewusstsein

Fast jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Weiterentwicklung, nach Wachstum und nach einem besseren Leben. Die meisten wollen mehr erreichen im Leben. Wir Menschen streben nach Glück und Zufriedenheit in allen Lebensbereichen. Das ist ein ganz natürlicher erfolgsorientierter innerer Vorgang in uns Menschen, der zur Verwirklichung der eigenen Wünsche dient. Dazu lohnt es sich seiner inneren Wahrheit auf die Spur zu kommen, damit eine klare Sicht auf die persönlichen Wünsche überhaupt erst möglich wird.

Die Verwirklichung der eigenen Wünsche und Ziele geht einher mit einer persönlichen Bewusstseinserweiterung. Dabei geht es in allererster Linie darum, die eigene innere Wahrheit zu erkennen, denn diese Wahrheit bringt Bewusstsein und Freiheit. Die Freiheit so zu sein, wie man sein will!

Erstkontakt mit der Wahrheit

Mein persönlicher Erstkontakt mit der Wahrheit hat bereits in der 3. Grundschulklasse, also 1971 stattgefunden, als ich eines nachmittags auf der Fensterbank des Küchenfensters meiner Oma im 3. Stock gesessen bin und wehmütig nach unten auf die Straße schaute. Dort unten ging meine damals beste und einzig „wahre“ Freundin, die mir an diesem Tag den Gefallen tat, mich mit einer Wahrheit zu konfrontierte, die mir klare Sicht auf viele Dinge in meinem Leben ermöglichte.

Wie üblich wollten wir uns nach dem Essen und den Hausaufgaben treffen. Es gab ein paar Parkbänke in einer nahe gelegenen Grünanlage und es bedurfte damals keiner großen Worte, um dieses Treffen zwei, drei Stunden nach Schulschluss wie selbstverständlich einzuhalten. Doch an diesem Tag sagte sie mir gleich nach der großen Pause ab; ihr Vater, ein ziemlicher Tyrann, das wussten alle, hatte sie zu einer Strafaufgabe verdonnert, heute kann sie also nicht kommen, gab sie vor.

Oh mei, dachte ich mir noch und hatte Mitleid mit ihr, weil dieser alkoholkranke Vater es wirklich immer mehr übertrieb, mit seinen Schikanen. Ich erzählte die Geschichte auch meiner Oma, als ich von der Schule heimkam und auch sie empfand eine starke Anteilnahme an dem Schicksal, das meine Freundin Conny mit diesem Stiefvater hatte.

So kam es also, dass ich an diesem Nachmittag wehmütig, nach der Freiheit unserer Grünanlage trachtend am Küchenfenster hoch oben im 3. Stock sahs und mir dachte, ohne Conny macht einfach alles keinen Spaß. Na klar, war sie deswegen ja auch meine beste Freundin!

Doch dann sah ich zwei wohlbekannte Gestalten unter mir auf der Straße vorbeigehen. Meine beste Freundin Conny zusammen mit unserem „GI-Kind“ André und grad lustig schien es bei den Beiden zu sein. Ich war in diesem Moment zu tiefst geschockt – wie kann das sein – war sie nicht von ihrem schikanösen Vater zu einer Strafaufgabe verdonnert worden?  Hatte ich doch deswegen tiefstes Mitleid mit ihr? Wie kann das sein? Ich dachte pausenlos darüber nach und fragte mich immer wieder, wie das sein kann.

Die Auflösung dieser Geschichte ließ nicht lange auf sich warten. Am nächsten Tag in der Schule erzählte mir eine andere Schulfreundin, Gabi W., was sie über dieses Treffen wusste. Der Vater von André, ein US-Amerikaner, hatte die Einkaufserlaubnis für den PX, was bedeutete, er konnte all die Sachen einkaufen, die es in den USA gab und in Deutschland damals noch nicht. Und das war zu diesen Zeiten Sachen, die für uns Kinder damals die helle Freude bedeuteten. Manchmal brachte André solche Sachen sogar mit in die Schule. Besonders die Süßigkeiten hatten es uns angetan. Zuhause hat er bestimmt noch jede Menge mehr zu bieten aus dem fernen Amerika – was war dagegen schon eine langweilige Parkbank in unserer Grünanlage wert?

Der Eindruck, aber auch die Klarsicht, auf das menschliche Verhalten,  die dieses Ereignis bei mir auslöste, war sehr tief. So tief, dass ich mich sogar noch bis heute an die Küchenschürze erinnern kann, die meine Oma an diesem Tag trug.

bewusstes erkennen

Wenn es also um die persönliche, individuelle Bewusstseinserweiterung geht, geht es bei jedem von uns darum, die Verhaltensmuster genau in Augenschein zu nehmen und dann zu verändern. Zuerst die eigenen Verhaltensweisen, dann die der Mitmenschen mit denen man im täglichen Leben zu tun hat. Deren Verhaltensweisen kann man allerdings nur bedingt, durch Vorleben zum Beispiel, verändern. Man hat aber die Wahl sich von einigen Menschen zu trennen, deren Verhaltensweisen so gar nicht zu einem selbst passen.

Den „rote Faden“ im eigenen Leben bewusst zu erkennen, kann bei diesem Prozess sehr hilfreich sein. So, wie in dem Märchen Hänsel und Gretel wo der rote Faden den die beiden legten, wieder  zurück nach Hause, heraus aus dem dunklen Wald, führt.

Fangen Sie also gleich heute noch an und lernen Sie sich selbst noch besser kennen. Wie funktioniere und reagiere ich im täglichen Leben? Welches Verhalten hat mir die tollsten Erlebnisse im Leben beschert? Welches die Unangenehmsten?  Die Wahrheit, Ihre eigene Wahrheit wird Ihnen mehr Bewusstsein und mehr Freiheit bringen.

Brigitte Berchtold

Brigitte Berchtold

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MarcoElias - 7. Juli 2015 Antwort

Wow, toller Text.
Er macht mir nochmal klar, warum es so wichtig ist, nicht nur überhaupt nach Wahrheit zu suchen, sondern MEINE Wahrheit zu finden.
Danke!

    Biggi - 8. Juli 2015 Antwort

    nur die eigene Wahrheit zählt und die ist bei vielen Menschen so gut versteckt, dass sie nicht so leicht heran kommen MarcoElias.
    eine wunderbare Sache, um seine ureigene Energiesignatur kennen zu lernen ist das Human Design. Mehr darüber entweder hier auf meiner
    Seite unter Menüpunkt HumanDesign oder Mr.google ist Dir dabei behilflich.

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